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Im Gedenken

In den letzten Wochen und Monaten verstarben gleich drei Mitglieder der MSF Schweiz: P. Derendinger, P. Stolz und P. Widmer.

P. Gebhard Stolz konnte 2019 das Goldene Priesterjubiläum feiern. In seinen 50 Jahren als Priester diente er als Feldprediger in der Armee, war Redaktor der Zeitschrift Sendbote, Mitarbeiter beim Sonntag, Jugendseelsorger und Religionslehrer an Seminaren. Während nahezu 20 Jahren leitet P. Stolz die Pfarreien Menznau, Geiss und St. Anton in Wettingen, bis er in der Nachbarpfarrei von Nuolen die Seelsorge übernahm.

P. Walter Widmer verstarb am 19. November. Er hatte sich 1950 der MSF angeschlossen und wirkte ab 1958 für 40 Jahre als Madagaskar als Missionar im Dienst der Pfarrei Berenty. Er baute eine massive Kirche und Werkstätten, organisierte Transporte ins 300km entfernte Spital in Tuléar und leitete auch drei Jahre die Ordensprovinz. Auch nach seiner Rückkehr in die Schweiz Ende Juli 2008 pflegte er noch weiter Kontakte in Madagaskar.

P. Heinz Derendinger verstarb am 6. November. Er war 1958 zum Priester geweiht worden und studierte in Paris. Ab 1963 war der Sportbegeisterte P. Derendinger als Französisch-Lehrer in Nuolen tätig und setzte sich in dieser Zeit für die Interessen der Schüler ein.

Erfolgreiches Brunnenbauprojekt

In ihrem Schlussbericht verwiesen die Verantwortlichen nicht nur auf die Bedeutung der Brunnen für die Krankheitsprophylaxe, sondern auch für die wirtschaftlichen Selbständigkeit der Frauen:

Die Installation von Wasserbrunnen (…) bietet den Einwohnern die Möglichkeit, in ihrem täglichen Leben Wasser von (…) hygienischer Qualität zu verwenden. Bei Wasser aus Brunnen besteht für die Bevölkerung kein allzu großes Risiko, Opfer einer Krankheit zu werden, die durch die Verwendung von unhygienischem Wasser verursacht wird.
Darüber hinaus hilft die Existenz von Brunnen auf der Ebene der entlegenen Gemeinden der Bevölkerung, insbesondere Frauen, einkommensschaffende Aktivitäten wie den Gemüseanbau durchzuführen. Tatsächlich wird dieses Projekt der gesamten Bevölkerung nicht nur für ihre Hygiene, sondern auch für ihre wirtschaftliche Entwicklung Gutes tun, ohne die Stärkung der Frauen zu vergessen.

Weitere Informationen zum Projekt sind auf der entsprechenden Projektseite zu finden.

Der Leiter von miray-malgache, P. Richard, im Gespräch mit Arbeitern. Im Vordergrund einer der neu erstellten, geschlossenen und mit Pumpwerk versehenen Brunnen.

Neuigkeiten aus Nuolen

Kaum zu glauben: Fünf Jahre sind es her, dass die Missionare der Hl. Familie Werthenstein verlassen und nach Nuolen an den oberen Zürichsee gezogen sind. Was von vielen Patres als schwerer Schritt empfunden wurde, hat sich in diesen fünf Jahren doch als richtiger Schritt erwiesen. Vierzehn der insgesamt neunzehn Mitglieder haben sich Ende Mai zum 3. Delegations-Kapitel getroffen.

von P. Roman Zwick

In seinem Drei-Jahres-Bericht liess P. Julius Zihlmann die vergangenen Jahre noch einmal an uns vorbeiziehen. Grosse «Events» waren da nicht mehr auszumachen. Das Leben in der Gemeinschaft ist ruhig geworden. Kleine Abwechslungen in der Freizeit und in der täglichen Liturgie sind wohl willkommen, aber man fühlt sich auch recht wohl in der verdienten Ruhezeit.

Die Delegation in Nuolen während ihres Kapitels.

Natürlich waren wir auch mit der «Corona-Pandemie» konfrontiert. Weil das Ordensleben in vielen Punkten schon eine Art Leben in Quarantäne ist, haben wir bis heute diese schwere Zeit recht gut überstanden. Unabhängig von «Corona» sind in den letzten drei Jahren vier Mitbrüder verstorben: P. Emil Dobler, P. Karl Mächler, P. Otto Rickenbacher und P. Guiseppe Chemello. 

Trotz dem sehr fortgeschrittenen Alter darf die Gemeinschaft nicht in der Vergangenheit steckenbleiben. Das Ziel bleibt immer die Zukunft. So hat das Kapitel die Leitungsaufgabe in der Delegation in drei Aufgabenbereiche eingeteilt und den entsprechend die Verantwortlichen gewählt:
> Kontakt nach aussen und Oberer der Gemeinschaft:
P. Julius Zihlmann.
>Führung und Animation im Innern: P. Roman Zwick
> Verwaltung, Buchhaltung und Unterhalt:
P. Bernhard Gischig.

Die Schweizer MSF-Delegation.

Unsere Gemeinschaft durfte in den vergangenen Jahren eindringlich erfahren, dass unser Wohlbefinden sehr von der Mitarbeit der Laienkräfte abhängig ist. Darum ist es der Leitung ein grosses Anliegen, die Leitungsaufgabe immer mehr an die Laienkräfte abzugeben. So werden Frau Diana Neuhäusler (Verantwortliche für Spitex) und Herr Markus Cotti (Verwalter und Buchhalter) ein wesentlicher Anteil an der Leitungsverantwortung anvertraut. Gerade dieser Schritt auf die Laien zu und mit ihnen in die Zukunft hinein, ist eine spannende Herausforderung und eine nötige Aufgabe.

Rückblick auf die vergangenen drei Jahre von P. Xaver Müller.

Landwirtschaftliche Entwicklung fördern

Die Missionsgruppe der Pfarrei Höngg unterstützt ein spannendes Projekt in Manja.

Das Leben der Bauern im Distrikt Manja ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Von Jahr zu Jahr nahmen die Erträge aus der Landwirtschaft immer mehr ab. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der durch den Klimawandel bedingte Wassermangel gehört genau so dazu wie die Rodung des Waldes oder der Zerfall von Wasserrückhalte-Einrichtungen. Die Folgen betreffen nicht nur die landwirtschaftlichen Erträge, sondern auch sozioökonomischen Strukturen und die Stellung der Frau. Genau dort setzt das Projekt an.

Das Projekt hat zum Ziel, die Frauen in Sachen Ackerbau aus- und weiterzubilden, sowohl in Theorie wie auch in Praxis. Zusätzlich stehen Kompostverwertung, soziale Zusammenarbeit und Verwaltungsarbeiten auf dem Lehrplan des Ausbildungsganges. 100 Frauen aus dem Distrikt Manja sollen davon profitieren können.

Die Ausbildung der 100 Frauen aus dem Distrikt Manja soll nicht nur deren Lebensunterhalt verbessern, sondern auch in einer Art positivem Schneeballeffekt durch Wissenstransfer auch anderen Menschen in den umliegenden Gemeinden zugute kommen, so der Plan von P. Razafimandimby. Weiter angedacht sind der Bau von Brunnen oder auch die Anschaffung eines schweren Geräts zur Bodenbewirtschaftung.

Update „Play-Group“: Das Zentrum ist in Betrieb.

Das Projekt „Play-Group Longontsika“ ist weiterhin erfolgreich auf Kurs. Mit Unterstützung von miray konnte die Aufstockung des Gästehauses die Erstellung der Sanitäranlagen abgeschlossen werden. Der Einsatz hat sich gelohnt, wie die ersten Bilder zeigen!

In ihrem Abschlussbericht beschreiben die Verantwortlichkeiten nicht nur das Vorgehen, sondern ziehen auch Lehren für zukünftige Projekte daraus, z.B. im Umgang mit Bauunternehmern.

Das Zentrum ist nun voll in Betrieb und leistet auf verschiedenen Ebenen wertvolle Arbeit. Nicht nur die Kinder der Quartiere erhalten dort Unterstützung, sondern es wird auch Elternbildung geleistet, es werden Treffen auch kultureller Art organisiert und in Zukunft sollen Seminare und Konferenzenzen stattfinden können. Fachleute verschiedener Berufsrichtungen wie Ärzte, Anwälte und Journalisten werden genau so muteinbezogen wie die Bevölkerung des Quartiers. Auch miray malgache hat das Büro im neu erstellten Gebäude und koordiniert die Projekte von dort aus.

Nebst der inhaltlichen Arbeit gibt es auch noch verschiedene Probleme zu lösen, wie z.B. die Wasserversorgung, die z.T. nur nachts oder auch gar nicht funktioniert.

Hier liefern die Verantwortlichen eine Übersicht und Impressionen zu den vielfältigen Aktivitäten des Zentrums.

Projekt Play-Group Longontsika und das Corona-Virus

Ein umfassendes Projekt…

Das Projekt „Play-Group Longontsika“ begleitet seit Februar 2018 Kinder, Jugendliche und deren Eltern aus Quartieren in Tuléar. Ziel ist nicht einfach Schulbildung, sondern es geht auch um das Herstellen eines sozialen Gefüges inkl. Freizeitaktivitäten und um Hilfe zur Selbsthilfe, wie der Verantwortliche P. David Ravoavy schreibt. Das Projekt ist ein voller Erfolg. 258 Kinder profitierten im Schuljahr 2019/20 und es wurden auch Elternbildungsanlässe durchgeführt.

Aktuell sind der Bau von Toiletten wie auch die Aufstockung des Gästehauses geplant. Beides kann von miray dank Spendengeldern unterstützt werden.

Eine Übersicht über das Projekt „Play-Group Longotsika“

… und die Folgen der Corona-Massnahmen

Auch das Projekt in Tuléar ist vom Lockdown der Schulen im Rahmen der Massnahmen gegen das Corona-Virus betroffen. Die Verantwortlichen suchten nach angepassten Methoden, um ihre Arbeit dennoch fortsetzen zu können. Es wurden Ferienkurse organisiert und die Jugendlichen im Quartier Andabizy wurden bestmöglich begleitet. Dies alles mit dem Ziel, die negativen Folgen der Massnahmen zu minimieren.

Freiluftschule
Schule in Zeiten von Corona-Massnahmen.